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EMV-Chip soll Kreditkarten sicherer machen
Jeder Halbprofi kann den Magnetstreifen von Kreditkarten kopieren. Um dem Betrug vorzubeugen, sollen in Europa alle Karten mit einem so genannten EMV-Chip ausgestattet werden. Deutschland hinkt in der Umsetzung hinterher – doch pünktlich zur Fußball-WM soll sich das ändern.
Der Begriff EMV leitet sich aus den Anfangsbuchstaben von Europay, Mastercard und Visa ab und ist ein technischer Standard, der den weltweiten Zahlungsverkehr sicherer machen soll. Geldautomaten und Kartengeräte, beispielsweise in Kaufhäusern, werden künftig nicht mehr den Magnetstreifen, sondern einen "intelligenten Chip" lesen.
"Wenn jemand versucht, an die Daten auf diesem Chip zu kommen, dann zerstört der Chip sich selbst", sagt Bodo Becker, Projektleiter EMV-Migration beim Acquirer Concardis. Das so genannte "skimming Problem" – die Abschöpfung persönlicher Daten vom Magnetstreifen durch Betrüger – wird ausgeschaltet. "Der Chip gilt zumindest heute als fälschungssicher. Selbst wenn Betrüger den Chip irgendwann in der Zukunft knacken können, wird der Aufwand stets größer sein als beim Magnetstreifen", sagt Becker.
Darüber hinaus bietet der Chip mit einer Speicherkapazität von bis zu 16 Kilobyte den Kunden verschiedene Zusatzfunktionen. So könnten die Geldkarte oder die Gesundheitskarte mit Informationen zur Krankenkasse aufgeladen werden, Bonussysteme etwa vom Einzelhandel finden Platz, ebenso wie die elektronische Signatur um beispielsweise die Steuererklärung Online abzugeben oder Homebanking durchzuführen.
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